Neuigkeiten: Stadtbücherei Östringen

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Östringen trifft Afghanistan

Zum sechsten Mal nun schon traf Östringen in der Stadtbücherei ein anderes Land. Am letzten Samstag, 9.2., tauchten die Anwesenden einen Abend lang in die kulturelle Welt Afghanistans ein. Schon die Begrüßung fand in drei Sprachen statt: Der deutschen Einführung ins Programm durch die beiden Organisatorinnen Carola Zabler (Stadtbücherei) und Daniela Blech-Straub (Integrationsbeauftragte) folgten ein persischer Empfang durch Khaterah T. sowie eine kurze Ansprache von Silab N. in Paschtu, den beiden Amtssprachen des Vielvölkerstaats. Beide trugen, wie andere afghanische Mitbürger auch, landestypische Gewänder in kräftigen Farben. Den zahlreichen Besuchern bot sich ein abwechslungsreiches, buntes Programm aus Vorträgen, Fotos, persischer Live-Musik und einer Leseprobe aus dem Erfolgsroman „Der Drachenläufer“ von Khaled Hosseini. In seinem bildreichen Vortrag „Afghanistan damals und heute“ ließ Sharenaga H. die aufmerksamen Zuhörer teilhaben an seiner Sicht auf den Wandel seines Heimatlandes. Seine Botschaft: das kriegsgebeutelte Land hat auch sehr schöne, kostbare Seiten: landschaftlich, kulturell, es ist reich an Pflanzenarten und auch an Bodenschätzen. In den Beiträgen von Khaterah und Waisuddin T. erfuhr das neugierige Publikum von Kulturstätten wie der Blauen Moschee in Mazar-e-Scharif, von dem Brauch der sieben Gaben mit dem Anfangsbuchstaben „Sin“ zum Neujahrsfest „Nouruz“ und auch von typischen Hochzeitsritualen. Verschiedene Ansichten der anwesenden Afghaninnen und Afghanen von ihrem Bild der Heimat, zur Frauenrolle und dem, was an einem Abend dieser Art zu zeigen sei, wurden bereits bei der gemeinsamen Vorbereitung und auch am Abend selbst deutlich. Sie blieben in ihrer Vielfalt nebeneinander stehen. Doch eines, formuliert Autor Hosseini, hätten alle Afghanen gemein: Man liebe die Unabhängigkeit.

Gastfreundschaft sei eines der höchsten Gebote des südasiatischen Binnenlandes, erfuhr das Publikum, und wer den Abend erlebt hat, dem präsentierte sich der beeindruckende Beweis. Denn unsere afghanischen Köche und Köchinnen haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Verschiedene Reisgerichte mit milden und scharfen, vegetarischen und fleischhaltigen Soßen schmückten das Büffet. Verwendet wurden Gewürze direkt aus der Heimat und eine spezielle Sorte roter Beeren, für die es keine deutsche Übersetzung gibt, geschweige denn, dass sie hier zu kaufen wären. Köstliche Desserts rundeten das Angebot ab. Das reichhaltige Büffet mit den orientalischen Duftnoten bot sich den Gästen entlang der gesamten Fensterfront des Klassenzimmers der 9d in der Thomas-Morus-Realschule. Köchin Khaterah: „In Afghanistan ist es einfach unhöflich, wenn die Gäste nicht satt werden.“ Die mit Liebe zubereiteten Speisen boten willkommene Anlässe, miteinander ins Gespräch zu kommen und führten zu einem lebendigen Austausch zwischen afghanischen und deutschen Gästen. Ein afghanischer Besucher, der für diesen Abend extra aus Heidelberg angereist war, äußert sich begeistert von dem Angebot: „Hier können sich Deutsche und wir richtig begegnen. Das finde ich toll!“ „Chorschid“ ist Persisch und heißt „Sonne“. So nennt sich das Duo, das den Abend auf Tabla und Harmonium musikalisch umrahmte. Neben bekannten und weniger bekannten Stücken spielte Chorschid auch einen selbstkomponierten Song. Die Musiker sorgten für einen weiteren Höhepunkt des Abends: Animiert von den Klängen aus der Heimat legten viele unserer afghanischen Mitbürger eine spontane Tanzeinlage ein, während das Publikum begeistert dazu im Takt klatschte.
Die Veranstaltungsreihe „Östringen trifft …“ wird von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt. Mit „Östringen trifft Polen“ wird die Reihe am 6. Juni fortgesetzt.

dbs

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