Neuigkeiten: Stadtbücherei Östringen

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Heb nie mei Sproch verlorä

Zwei Mundartautoren erobern ihr Östringer Publikum im Sturm

 

Kann ein Östringer, der vor vielen Jahren nach Rastatt „ausgewandert“ ist, noch ein echter „Eeschdringä“ sein? Dass dem so ist, davon haben sich rund 90 Zuschauer am vergangenen Sonntag in der Stadtbücherei überzeugt: der aus Östringen stammende und seit  35 Jahren in Rastatt lebende Mundartschriftsteller Jürgen Pfeifer – in seinem Heimatdorf bisher als Maler bekannt - versteht es auf unnachahmliche Weise von seiner Kindheit und Jugend in seinem Heimatdorf zu erzählen -  und das in reinstem „eeschdringerisch“. Die (Kindheits-)Geschichten seiner Rastatter Mundartpartnerin Brigitte Wagner sind dazu ein wunderbares Pendant. Ein Blick in den Spiegel werfen die beiden zu Beginn der Lesung – ja die Jahre sind vergangen. Doch es gibt viel zu erzählen, und das können sie beide vortrefflich. Das Publikum ist begeistert, die Lachmuskeln sind gefordert. Ob Schlachttag, Familienausflug, Beerdigung vom Opa  mit Prozession, Trauermarsch und Rossbollä – Jürgen Pfeifers Erzählungen sind voller Situationskomik und doch auch richtig wahr. Er war als Kind vom „Frissl“ geplagt. Mit dieser Geschichte gewann Jürgen Pfeifer im letzten Jahr den badischen Mundartpreis. Den Zuhörern verlangte sie Lachtränen ab. Brigitte Wagner vermittelte mit schöner Erzähl- und Singstimme dem Publikum ihre Liebe zu Rastatt - „mei Badische Heimat“ , erzählte von ihren Erinnerungen an den „Muckesommer“ mit Allround-Kuh Lotte und vom „weißer Weihnachts-Mucke-Winter ohne Mucke“ auf dem Bauernhof vum Onkel Luis unn de Tante Rosa in „Dirn“, wo sie zum Brot holen beim Bäcker geschickt, tapfer 12 Laibe heimschleppte und als „laufender Brotsack“ gesichtet wurde.
Dass Badisch nicht gleich badisch ist, erfuhr Jürgen Pfeifer nach seinem Umzug nach Rastatt. Mit „gronzendä Beddä“, Märbs, Konsdrauwä, Zäebleggä, grie Fillsel und Reddichrutschlä können die Rastatter nicht viel anfangen. „Die Rastatter wollä oder kennä mich net versteh“, so der einstige „Heintje vun Eschdringä“ augenzwinkernd, dessen schöne Singstimme den Nachbar Hermann bis in den Tod geleitete.
Ein wahrer Ohrenschmaus war Brigitte Wagners Vortrag ihrer erfundenen Geschichte „Kalaharied“ einer Begegnung der Kulturen, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten: die Eheleute Marie und Fritz aus dem Rastatter Ried verbringen einen exotischen Urlaub in Afrika. Der Ausflug in die Kalahari endet mit einer Autopanne und die beiden müssen im Dorf der Buchmänner und -frauen übernachten, wo man noch Khoisan spricht – eine Sprache mit vielen Schnalz- und Klicklauten. Sie lernen viel voneinander und übereinander – die Buschmenschen und die beiden Rieder - und trennen sich in aller Freundschaft.
Das Publikum forderte begeistert noch eine Zugabe. Da Brigitte Wagner und Jürgen Pfeifer noch viele Geschichten zu erzählen haben, darf man sich bestimmt auf einen weiteren Mundartabend mit diesen beiden „Mund-Art-Isten“ in der Stadtbücherei freuen.

Vielen Dank an Hermann Dischinger für die einleitenden Worte und an die „Freunde der Stadtbücherei“, die das Büchereipersonal rund um die Veranstaltung tatkräftig unterstützt haben.

(zab)

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