Neuigkeiten: Stadtbücherei Östringen

Sie verwendeten einen veralteten Browser. Bitte führen Sie für ein besseres Surf-Erlebnis ein Upgrade aus.
JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.
Logo Bürgermeldungen.com
Aktuelles & Termine
Neuigkeiten

Infobereich

Hauptbereich

Mundart „isch for miich wie-e safdich griini Wiss“

30 Jahre Mundart-Poesie von Hermann Dischinger mit „Mussich“ im ausverkauften Saal

Donnerstags habe es sich abgezeichnet: das wird so nix. Der Vorverkauf für „Mudderschbrooch & Mussich“, dem Sonntagabend mit Hermann Dischinger und „Skylarks Music“, lief so gut, dass die Plätze in der eigentlich dafür vorgesehenen Stadtbücherei ruck zuck weg waren. Um niemandem absagen zu müssen, baten die Leiterin der Bücherei, Carola Zabler, und ihr Team, die Thomas-Morus-Realschule um „Asyl“ und konnten so den badischen Mundartabend kurzer Hand in die Aula verlegen. Mit an die 200 Besuchern waren hier die Reihen dann auch bis auf den letzten Stuhl belegt. Und dennoch ließ dieser Abend Anonymität zwischen Publikum und Akteuren vermissen, sondern trumpfte vielmehr mit heimeliger Atmosphäre. Das lag sicherlich vor allem an Hermann Dischinger, der in den vergangenen 30 Jahren seit dem ersten, bei einem Mundartwettbewerb ausgezeichneten Beitrag, 19 Bücher veröffentlicht hat, viele davon bereits vergriffen. Aus einigen las der 75-jährige Östringer am Sonntagabend vor, wobei die Grenze zwischen vorlesen und erzählen fließend ist. Wenn er aus dem Aufgeschnappten, Alltäglichen, Aktuellen, Vergangenen, Kritischen, Philosophischen heitere und nachdenkliche Poesie in seiner „Mudderschbrooch“, seiner Muttersprache, macht, dann ist ihm Offenheit sehr wichtig, weshalb er nicht nur liest, sondern auch über die Entstehung berichtet. Und weil seine Texte viel Persönliches enthalten, lässt er sein Publikum auch sehr nah an sich heran. Das wiederum ließ sich mitnehmen „uff de Kerrichhouf“, hörte, dass Mundart für ihn „wie-e safdich griini Wiss, mit massich bunde Blume“ ist, schmunzelte über die „franzesische Wärder vun de Groußmodder vun Pforze“, lachte über Wortspielereien und bedankte sich mehr als einmal mit spontanem Applaus. Und Hermann Dischinger ist auch immer für eine humorvolle Überraschung gut, so wie an diesem Abend als er zusammen mit Fritz-Ulrich Deuringer in Kostüm und mit Perücke und Handtasche vors Mikrofon trat. Als Schulfreundinnen lasen sie „Klassedreffe“ und sorgten für köstliche Unterhaltung. Eine überaus stimmige, musikalische Ergänzung lieferten Frank Werner, Joana Figal und Snezana Michel. Zusammen mit den Gitarristen Christoph Rauchmann und Dominic Fiegle bilden sie die Band „Skylarks Music“ aus Angelbachtal und begeisterten unplugged mit gefühlvollen Balladen von Bublé bis Isaak und von den Eagles bis Lady Gaga. Zum Finale präsentierten sie, wie es sich für einen Mundartabend gehört, eine Reihe von Rockballaden, deren Texte Hermann Dischinger mit viel Fingerspitzengefühl für die Originalversionen ins Badische oder Eeschdringerische übersetzt hatte und lösten damit jede Menge Gänsehautfeeling aus. Dazu gehörten „Alles was-i mach“ (Everything I do/Brian Adams), „Bin-i driwwer weg“ (I’ll be over you/Toto), “Iich hebb noch net gfunne, was i suuch” (I still havn’t found what I’m looking for/U2) oder “Hallelujah” von Leonhard Cohen. “Schee wars widdä“ war von vielen Besuchern zu hören – im Anschluss an den langen Stehapplaus. (psp) Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Badischen Neuesten Nachrichten vom 13.11.19

Infobereich