Neuigkeiten: Stadtbücherei Östringen

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Mehr als nur Baklava

Türkischstämmige Mitbürgerinnen erzählen von ihrem Leben zwischen den Kulturen

„Östringen trifft … Türkei“ hieß es beim achten Abend der Veranstaltungsreihe in der Stadtbücherei. Ein bunt gemischtes Publikum war neugierig auf das Programm aus Information über Land und Leute, Musik, Interviews und kulinarischen Häppchen. Mit gut 550 Personen machen Östringer mit türkischem Pass ganze 4,2 % der städtischen Bevölkerung aus, war zu erfahren. In einer kurzen Präsentation stellte Deniz Aykan, Östringer Architektin, Eckpunkte zum Herkunftsland ihres Vaters vor. So zeigte sie anhand von Einblicken in die Landesgeschichte und traumhaften Fotos anschaulich die Vielfalt der Türkei. Das Land zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer vereint romantische Strände und Gebirgsketten mit Gipfeln über 4000 Meter in Ostanatolien, kulturelle Schätze wie die unterirdischen Höhlenstädte in Kappadokien und Naturwunder wie die Kalkterrassen von Pamukkale. Entsprechend groß war auch die Auswahl an Reiseliteratur auf dem Medientisch zur Türkei. Auch ein reiches Angebot an Literatur von bekannten Autoren wie Pamuk Orhan und Hatice Akyün waren geboten. In Interviews lernten die Anwesenden Filiz Kizil und Ilgnur Özdemir kennen. Filiz ist die Leiterin der Frauenabteilung im Muslimischen Kulturverein Östringen. Sie war außerdem lange als Elternbeirätin der Silcherschule engagiert, an der ihre fünf Töchter zur Schule gegangen sind. Auf die Frage, was ihre Heimat sei, erklärt Filiz: „In der Türkei bin ich Ausländerin. Und hier auch.“ In Östringen ist sie längst angekommen, das verrät ihre Sprache: „Wie sächt mo?“, murmelt sie, ein Wort suchend, vor sich hin. Ilgnur ist als Tochter einer Gastarbeiterfamilie in Odenheim aufgewachsen. Sie erinnert sich noch gut an den schwierigen Schulanfang ohne Deutschkenntnisse. Einig sind sich Filiz, Ilgnur und einige türkische Veranstaltungsgäste darin, was sie am meisten in beiden Kulturen schätzen: die Pünktlichkeit und Ruhe auf der deutschen, die Gastfreundschaft, Höflichkeit sowie den Respekt vor dem Alter auf türkischer Seite. Mucksmäuschenstill wurde es im Saal, als Deniz Aykan die Geschichte ihres Vaters vortrug. Er hat lyrisch seine Ankunft 1963 in Deutschland verarbeitet, seine Eindrücke und Empfindungen auf der langen Reise von der Schwarzmeer-Küste bis Mannheim, seinen ersten Arbeitstag als gelernter Bauzeichner in einer Mannheimer Fabrik und die ersten Gehversuche und Missverständnisse in der deutschen Sprache und Kultur zu Papier gebracht. „Genauso war es bei mir“, kommentiert eine Zuhörerin, und andere nicken zustimmend. Der Saz-Spieler Hazim Sakarya aus Graben-Neudorf begleitete den Abend musikalisch. Bekannte Lieder aus verschiedenen Regionen der Türkei animierten die Anwesenden mitzusingen und zu tanzen. Noch lange war man nach dem offiziellen Programm bei Wein, Tee aus dem Samowar und türkischen Snacks in Gespräche vertieft, die familiäre Atmosphäre in der Stadtbücherei lud zum Verweilen ein. Die Spenden des Abends kommen dem Freundeskreis der Stadtbücherei zu Gute, der auch diesmal wieder für die Herrichtung des Raumes und die wunderbare Bewirtung sorgte. Die Reihe „Östringen trifft …“ wird von der städtischen Integrationsbeauftragten Daniela Blech-Straub und der Leiterin der Stadtbücherei Östringen, Carola Zabler, organisiert. Aus Mitteln der Robert Bosch Stiftung wird sie finanziert. Das nächste Mal heißt es „Östringen trifft Kosovo“. Die Veranstaltung wird am 15.04.2020 in der Stadtbücherei stattfinden. dbs

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