Neuigkeiten/Corona-Tipps: Stadtbücherei Östringen

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Artikel vom 30.10.2020

Hölderlin – ein tragisches Genie

Mit Dieter Balle auf den Spuren Hölderlins unterwegs

Dass das Jahr 2020 nicht nur als Coronajahr im Gedächtnis bleiben möge, wünschte Büchereileiterin Carola Zabler den Zuhörerinnen und Zuhörern, nach der gelungenen Hölderlin-Lesung mit dem Autor und freien Journalisten Dieter Balle in der Stadtbücherei.  Der ehemalige Lehrer war schon während  seines Germanistik-Studiums mit Hölderlin in Berührung gekommen und von dessen Gedanken, Texten und Gedichten fasziniert. In diesem Jahr jährte sich Hölderlins Geburtstag am 20. März zum 250mal. In vielen Orten im Süddeutschen Raum wurde der in Lauffen am Neckar geborene Hölderlin gefeiert. Auch Dieter Balle hat sich auf Hölderlins Spuren durch den Südwesten begeben und einen anregenden literarischen Reiseführer mit historischen Spaziergängen, Wanderungen und Fahrradtouren zu Hölderlins Lebens und Schaffensstationen geschrieben. Hölderlin selbst war ein begeisterte Wanderer und sehr naturverbunden. So kenntnisreich wie sein Buch führte Dieter Balle auch durch sein Hölderlin-Programm. Er erläuterte die historischen Hintergründe und las Gedichte wie „Als ich ein Knabe war“, in der Hölderlin seine Kindheit in Nürtingen beschrieb. In seiner Studienzeit in Tübingen und Maulbronn zeigte sich, dass Hölderlin sich nicht zum Pfarrer  - wie es der Wunsch seiner Mutter war - berufen fühlte, sondern dass der Dichtkunst seine ganze Leidenschaft galt. Friedrich Gottlieb Klopstock war Hölderlins Vorbild. Er teilte sein Studierzimmer mit Schelling und Hegel, „ zwei der brillantesten Köpfe der Philosophiegeschichte“. Beruflich schlug er sich nach dem Studium als Hofmeister, d.h. als Hauslehrer bei reichen Familien durch. So lernte er in Frankfurt Suzette Gontard kennen und verliebte sich unsterblich in die Gattin seines Arbeitgebers. Obwohl Suzette seine Liebe erwiderte – Briefe von Suzette an Hölderlin zeugen von der leidenschaftlichen – hatte diese Liebe keine Zukunft und beide gingen daran zugrunde. Nach der Trennung entfremdet sich Hölderlin zusehends von der Welt. Nach 36 gesunden Jahren voller Schaffenskraft – faszinierende Gedichte, Oden und Elegien entstanden – lebte er weitere 36 Jahre im Haus der Familie Zimmer, dem heutigen Hölderlin-Turm, psychisch schwer erkrankt.  Am 10. Juni 1843 bei „Sturm und Regen“ wurde Hölderlin auf dem Tübinger Friedhof beerdigt. Mit der Ode „An die Parzen“ endete der stimmungsvolle Abend. (zab)

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