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Stadtbücherei Östringen (Druckversion)
Artikel vom 24.05.2022

Thomas Fürbaß – ein Mann mit vielen Seiten

Vom Flieger zum Schriftsteller

„Die deutsche Literatur ist einäugig. Das lachende Auge fehlt.“ Mit diesem Zitat von Erich Kästner über die viel zu ernste deutsche Literatur begann der in Östringen geborenen „ehemalige Flugkapitän, Drachenfliegers und Triathleten“ Thomas Fürbaß die Vorstellung seines ersten Buches „Mein Glück hat Flügel“ in der Östringer Stadtbücherei. Er hofft mit seinem Erstlingswerk seinen Zuhörerinnen und Zuhörern „ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“ So wirken Bücher wie „Beautysalons, nur billiger als Botox und gesünder“, meinte der ehemalige Drachenflieger schmunzelnd. Doch zunächst ließ Thomas Fürbass anhand eines vierminütigen selbstgedrehten Films sein Publikum teilhaben, an seiner Faszination die das Drachenfliegen über viele Jahre für ihn hatte. „Keine andere Flugart ist dem Vogelflug ähnlicher als das Drachenfliegen“, so der vielseitige Jungautor, der mit dem Ausstieg aus dem Berufsleben auch seiner alten Leidenschaft das Malen wiederbelebt hat. So sind die Texte durch witzige Karikaturen von Thomas Fürbaß selbst gezeichnet aufgelockert.
Sein Buch ist eine bunte Mischung aus Kurzgeschichten, Satiren und Geschichten. Natürlich sind viele Texte dem Fliegen gewidmet, wollte er doch schon als kleiner Junge Pilot werden, aber auch Amüsantes und Kurioses aus seinem Sportlerleben und seinen Kindheitserinnerungen lassen das Publikum immer wieder schmunzeln.
In „Körperwelten“ erzählt er beispielsweise wie ein einarmiger Schwimmer ihm im Waghäuseler Schwimmbad eine „Lehrstunde, um eigene Vorurteile zu überprüfen“ erteilte. Wie diese Geschichte gibt es vieles Selbsterlebtes in Thomas Fürbaß Texten. „Mont Blanc“ handelt nicht von Europas höchsten Berg, sondern wie er als junger Co-Pilot dank eines „spendablen Wüstenbewohners“ zu seinem edlen Montblanc-Kugelschreiber gekommen ist, der ihn dann sein ganzes Fliegerleben begleitete, bis er ihn am Ende seiner Berufsfliegerei an seinen Lieblings-Co-Piloten weiterreichte.
Mit dem fast philosophisch anmutenden Zaubertrick „Puzzle des Lebens“ verabschiedete sich der vielseitige Autor von seinem begeisterten Publikum. (zab)

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