Aktuelles/Corona-Tipps: Stadtbücherei Östringen

Seitenbereiche

Sie verwendeten einen veralteten Browser. Bitte führen Sie für ein besseres Surf-Erlebnis ein Upgrade aus.
JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.
Logo Bürgermeldungen.com
Aktuelles & Termine
Aktuelles/Corona-Tipps

Infobereich

Hauptbereich

Artikel vom 07.10.2021

„A bleedi Kuh“ löste Struwwlpeder-Buchprojekt aus

Lesung rund um Hermann Dischingers „Stuwwlpeder – nur für Erwachsene“

Sein letztes Buchprojekt war Hermann Dischinger, Östringens beliebten und über die Stadtgrenzen bekannten Mundartdichter, nicht mehr vergönnt in der Stadtbücherei Östringen selbst vorzustellen. Zunächst machte die Corona-Pandemie der geplanten Lesung zusammen mit Zeichner und Illustrator Thomas Fürbaß einen Strich durch die Rechnung. Dann verstarb Hermann Dischinger aufgriund seiner Krebserkrankung im letzten Dezember. Einige Wohnzimmer-Lesungen mit nur wenigen Personen führte er trotz schwerer Krankheit noch durch.  Jetzt ein Jahr später konnte Thomas Fürbass sein Versprechen einlösen, die Lesung in der Bücherei nachzuholen.
Dreißig Veranstaltungsbesucher erlebten eine interessante und anregende Struwwlpeder-Lesung von Thomas Fürbaß nicht nur hervorragend vorbereitet, sondern auch humorvoll vorgetragen. Unterstützt wurde er dabei vom ehemaligen aber seinem Heimatort Östringen immer noch sehr verbundenen Jürgen Pfeifer, der nicht nur malt, sondern auch schon vor einigen Jahren bei einer Veranstaltung in der Stadtbücherei die Östringer u.a. mit seinen Kindheitserinnerungen in Mundart bestens unterhalten hat.

Thomas Fürbaß berichtete, wie es überhaupt zum zweiten Struwwlpeder-Buchprojekt kam, nachdem Hermann Dischinger den Original-Struwwelpeter ins Badische übertragen hatte. Nach einer Lesung war eine Zuhörerin auf den Mundartdichter zugegangen und meinte: „Hermon, des war jetzt koi Kunscht den Struwwelpeter in unseren Dialekt zu üwwerdragä.“ „ Hermonn hots net gsagt, awwer gedenkt: du bleedi .. .“, so Thomas Fürbaß schmunzelnd.  Den Dichter wurmte die Bemerkung und bald entstand die Idee einen Struwwlpeder ganz anderer Art zu Schreiben und zwar „nur für Erwachsene“ und ganz aktuell: einen „Struwwlpeder 2.0.“ sozusagen mit dem Finger auf den Problemen unserer Zeit. Fürbaß, der nach seiner Piloten-Laufbahn, seiner Leidenschaft für das Malen und für das Zeichnen von Karikaturen verstärkt nachgeht, gewann Dischinger als Coproduzent. Inzwischen hat Thomas Fürbaß auch seine Liebe zum Schreiben entdeckt. Man darf nach dieser souverän vorgetragenen Struwwlpederstunde mit viel Informationen rund um den Original-Struwwelpeter aus dem Jahr 1844 auf sein in Kürze erscheinendes erste Buch gespannt sein.

Im Verlauf der Veranstaltung hatten die Zuschauer die Gelegenheit einige der Original-Karikaturen zu betrachten. Nach der Pause unterhielten Thomas Fürbaß und Jürgen Pfeifer das Publikum mit eigenen Texten und Gedichten. Jürgen Pfeifer berichtete das Hermann Dischinger ihn zum Schreiben in Mundart ermuntert hat. Für seinen herrlich amüsanten Rückblick auf die Kinder-Krankheit „Frissl“ wurde er 2017 beim Mundartwettbewerb, dem „Gnitzen Griffel“ ausgezeichnet. Viel Applaus gab es am Ende für diese literarische Stunde und Büchereileiterin Carola Zabler war sich mit dem Publikum sicher, dass Hermann Dischinger mit dieser Vorstellung seines Struwwlpeders – nur für Erwachsene sehr einverstanden gewesen wäre. Und vielleicht hat er ja von oben mitgehört… (zab)

 

Infobereich